Autohaus Amian Platz 3 unter 500 europäischen Autohäusern
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Wir bedanken uns bei unserem langjährigen Mitarbeiter
Herrn René Herpertz
für dieses hervorragende Testergebnis und gratulieren
ihm zu dieser Leistung!
Methodik:
So hat der ADAC getestet:
Die Unterschiede sind deutlich: Während in den Niederlanden im ersten Halbjahr 2007 gerade mal 39 Prozent der Neufahrzeuge ESP unter der Haube hatten, waren es in Deutschland mit 77 Prozent fast doppelt so viele. Zwei Beispiele aus dem geeinten Europa, die nicht eben von Homogenität beim Thema elektronische Stabilitätskontrolle zeugen. Das muss sich ändern, sollen die Unfallzahlen deutlich sinken. Und das will die EU. Mit der Kampagne „Choose ESC“ („Wähle ESP“) will die Europäische Kommission mit den Konsortien EuroNCAP (Fahrzeug-Crashs) und eSafetyAware (Förderung von elektronischen Sicherheitssystemen im Fahrzeug) erreichen, dass spätestens bis zum Jahr 2012 alle Neuwagen mit ESP ausgestattet sind. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Autohändler. Sie sollen das Interesse des Kunden an der Sicherheitsausstattung ihres Autos wecken und bedienen.
Hier genau setzt die Studie an, die der ADAC und seine europäischen Partnerclubs mit Unterstützung der FIA Foundation jetzt durchgeführt haben. Im Rahmen von EuroTest, dem europäischen Verbraucherschutz-Testprogramm, wurden dazu europaweit insgesamt 500 Autohändler getestet. Spricht der Verkäufer ESP als Sicherheitsmerkmal im Verkaufsgespräch überhaupt an? Und wenn ja, wie gut weiß er Bescheid? Sind die Informationen und Aussagen richtig? Gibt es Unterlagen dazu?
Zehn Länder, fünf Städte, zehn Hersteller
Die Untersuchung fand in jeweils fünf Städten in zehn europäischen Ländern statt: in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Slowenien, Spanien und Tschechien. Als Testorte ausgewählt wurden die Städte mit der höchsten Einwohnerzahl, um zu gewährleisten, dass alle für den Test relevanten Hersteller vor Ort zu finden sind. Zudem sollten die Testorte innerhalb eines Landes möglichst breit gestreut sein.
Um herstellerspezifische Erkenntnisse zu gewinnen, wurden zehn verschiedene Hersteller getestet: Citroën, Fiat, Ford, Honda, Mazda, Opel, Peugeot, Renault, Toyota und Volkswagen. Ihre Auswahl erfolgte unter anderem nach den Absatzzahlen der Neufahrzeuge und der Verfügbarkeit mindestens eines entsprechenden Autohauses pro Teststadt. Als klar definiertes Modell wurden grundsätzlich nur Autos der Kategorien Kleinwagen bis untere Mittelklasse herangezogen, bei denen ESP nicht serienmäßig eingebaut, sondern als Ausstattungsvariante optional angeboten wird. Diese Voraussetzung schloss absatzstarke Hersteller wie Audi, BMW oder Daimler aus. Jeder der zehn Hersteller wurde in jeder der 50 Teststädte ein Mal getestet.
Tester vor Ort
Mit der Durchführung und Auswertung des Tests beauftragte der ADAC, der die Projektleitung innehatte, das IMK, ein Marktforschungs- und Beratungsinstitut in Erfurt. Zu dessen Arbeitsschwerpunkten gehören Markt-, Preis- und Wettbewerbsanalysen, Tests in Service- und Vertriebsorganisationen, Kunden- und Mitarbeiterbefragungen, Werbewirkungsforschung sowie Sponsoringeffizienzforschung. Das IMK verfügt über langjährige und umfangreiche Erfahrungen aus Projekten mit namhaften nationalen und internationalen Unternehmen und ist seit Jahren für den ADAC tätig.
Die Tests vor Ort wurden zwischen dem 25. Februar und dem 14. März 2008 durchgeführt. Dabei suchten die Tester, getarnt als normale Kunden, das Autohaus ohne vorherige Terminabsprache zu normalen Öffnungszeiten auf und gaben vor, sich für ein bestimmtes Modell zu interessieren. Das Fahrzeug sei als Zweitwagen für die Familie zur überwiegenden Nutzung in der Stadt vorgesehen, wobei man allerdings hin und wieder auch gerne einmal sportlich fahre. Die Tester gaben an, Wert auf Sicherheit zu legen, aber nur unzureichend darüber informiert zu sein, und baten um ein Beratungsgespräch. Dabei ließ der Tester den Verkäufer zunächst selbstständig agieren. Sprach der Berater das Thema Sicherheit und ESP nicht von sich aus an, führten die Test-Kunden ihn schrittweise mit Hilfe standardisierter Fragen in Richtung ESP.
Die Checkliste
Dieses Gespräch wurde anhand einer Checkliste protokolliert, die das IMK gemeinsam mit dem ADAC erarbeitet hat. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Bewertung der Fachkompetenz des Verkaufsberaters zum Thema ESP. Darüber hinaus wurde geprüft, ob er Sicherheitsmerkmale der Fahrzeuge, insbesondere ESP, von sich aus anspricht und dem Kunden empfiehlt. Erfasst wurde auch, ob das Thema ESP im Showroom zum Beispiel mit Hilfe von Plakaten, Fahnen oder Broschüren präsentiert wird.
Die Hauptkategorien der Checkliste sind:
Verkaufsförderung: Gewichtung 5 Prozent
• Darstellung des Themas ESP im Showroom
• Mitgabe von Unterlagen zu ESP
Detailkenntnisse: Gewichtung 45 Prozent
• Funktionsweise von ESP im Allgemeinen
• Einfluss der Fahrbahnbeschaffenheit
• Nachrüstbarkeit
Hinweis auf und Empfehlung von ESP: Gewichtung 45 Prozent
• Hinweis auf ESP als Sicherheitsmerkmal
• Empfehlung zum Kauf eines Neufahrzeugs mit ESP
Allgemeines Wissen zu Sicherheit und eSafety: Gewichtung 5 Prozent
• Sicherheit als Produktmerkmal eines Fahrzeugs
• Kenntnisse über eSafety-Systeme des Herstellers
Die Bewertung
Jeder Frage wurde eine bestimmte Anzahl von Punkten zugeordnet. Die Auswertung erfolgte auf Gesamt-, Länder- und Herstellerebene. Die Ergebnisse drücken sich in den Noten sehr gut, gut, ausreichend im positiven Bereich sowie bedenklich und mangelhaft im negativen Bereich aus.
Sicherheitssystem muss Standard werden:
ESP ist der zweitwichtigste Lebensretter im Auto
Es heißt ESC für Electronic Stability Control, ESP für Electronic Stability Program, VSA für Vehicle Stability Assist, VSC für Vehicle Stability Control oder DSC für Dynamic Stability Control. Wie auch immer Hersteller, Länder oder Politiker das System benennen, die Wirkung ist immer dieselbe: Die Sicherheitstechnologie beugt Verkehrsunfällen vor, indem sie die Schleudergefahr reduziert, oder sie mindert die Schwere eines Unfalls, wenn er dennoch passiert.
Schleudern ist die Ursache für mindestens 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit tödlich Verletzten. ESP kann Schleuderunfälle um bis zu 80 Prozent reduzieren. ESP kann also Leben retten. Das steht fest. Bis zum Jahr 2010 will die EU die Anzahl der Verkehrstoten in Europa im Rahmen der Aktion „Minus 50 %“ auf 25 000 senken. Dazu bedarf es großer gemeinsamer Anstrengungen und innovativer Maßnahmen. Da sind sich alle einig.
Ein kleiner Exkurs ins Technische: Bei ESP wirken Antiblockiersystem (ABS), Elektronische Bremskraftverteilung (EBV), Antriebsschlupfregelung (ASR) und Giermomentregelung (GMR) zusammen. Das System wertet permanent die Messdaten von Raddrehzahlsensoren, Lenkwinkel-, Gierraten- und Querbeschleunigungssensor aus und vergleicht die Vorgaben des Fahrers mit dem tatsächlichen Fahrzeugverhalten. Wird der Zustand instabil, droht der Fahrer also zum Beispiel bei einer plötzlichen Ausweichbewegung die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren, reagiert das System in Sekundenbruchteilen und stabilisiert das Fahrzeug durch gezieltes Bremsen einzelner Räder und Anpassung des Motormoments. Damit hält es das Fahrzeug sicher in der Spur. ESP gibt es seit 1995. Zwei Jahre später war es in aller Munde: Nach dem nicht ganz freiwilligen „Elchtest“ wurden alle A-Klasse-Modelle von Mercedes-Benz mit dem Sicherheitssystem ausgestattet - auf dass die Kleinen nicht mehr kippen.
Nach einer Studie der Uni Köln könnten 4 000 Menschen jährlich vor dem Unfalltod bewahrt, 100 000 weniger Menschen verletzt werden, wenn alle Fahrzeuge auf Europas Straßen mit ESP ausgerüstet wären. Allein in Deutschland liegt das Potenzial bei 800 Toten weniger – fast ein Fünftel der knapp 5000 Unfalltoten aus dem Jahr 2007. Ein Riesenschritt vorwärts auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit. Das Problem: Bei Kleinwagen gehört ESP heutzutage häufig noch nicht zur Standardausrüstung wie bei der Mittelklasse und höher, sondern wird in bestimmten Ausstattungsvarianten optional angeboten, manchmal sogar nur im Paket mit anderen Extras. Das kostet Geld. Geld, das man nicht hat, das man nicht ausgeben will für so einen Kleinen, oder das man unbedarft lieber für Klimaanlage oder Felgen hinblättert. Besonders fatal ist das, weil gerade Kleinwagen oft von jungen Fahranfängern oder als Zweitwagen von Müttern mit Kindern genutzt werden.
Die Kosten für ESP sind in Europa allerdings mindestens so unterschiedlich wie die Benennung. Und da wird es richtig ärgerlich. Extremstes Beispiel aus unserem Test: Fiat verlangt in Italien für seinen Punto mit ESP einen Aufpreis von 200 Euro, in den Niederlanden hingegen satte 695 Euro für ein und dasselbe Auto, also unfassbare 350 Prozent mehr. So viel kann es nicht kosten, den Fiat samt ESP aus Italien in die Niederlande zu schaffen. Und: In zehn verschiedenen Ländern gibt es neun verschiedene Preise für den Punto mit ESP. Nicht viel besser: ESP kostet beim Peugeot 207 in Großbritannien 200 Pfund, das sind 250 Euro, in den Niederlanden 680 Euro, also das 2,7-fache. Um so schlimmer, wenn man ein ganzes Paket mit Extras, die man vielleicht gar nicht haben will, für 920 Euro buchen muss wie etwa beim Mazda 2. Während oben genannter Fiat Punto samt ESP mit seinen 200 Euro in Italien insgesamt am billigsten war, markiert VW mit seinem Polo und einem Aufpreis von 808 Euro in Frankreich die Obergrenze bei den Modellen im EuroTest. Das lässt so manchem Autokäufer die Lust auf ESP gründlich vergehen.
Die Europäische Kommission hat Ende Mai ihren Entwurf für eine Verordnung vorgelegt, nachdem neue Modelle von Pkw und Nutzfahrzeugen ab dem Jahr 2012 mit ESP ausgerüstet sein müssen, alle Neufahrzeuge dann ab 2014. Die ist ein richtiger Schritt auf dem Weg, ESP möglichst schnell als Standard in Europa zu etablieren. Die USA haben das als erstes Land in einem Stufenplan gesetzlich geregelt. Um auf europäischer Ebene eine solche Verordnung möglichst schnell durch das Europäische Parlament und den Rat zu bringen, hoffen alle Beteiligten, dass im Rahmen der 145. Sitzung des Weltforums zur Harmonisierung von Fahrzeugregelungen, die vom 24. bis 27.Juni dieses Jahres in Genf stattfindet, eine weltweit einheitliche technische Regelung (Global Technical Regulation, kurz GTR) zum Einbau von ESP in Nutzfahrzeugen verabschiedet werden kann. Sie wird den Prozess in Europa nochmals deutlich voranbringen.
Aber: Bis zum Jahr 2014 werden viele Fahrzeuge ohne lebensrettendes ESP gekauft werden, die auch danach noch auf Europas Straßen unterwegs sind. Momentan ist erst weniger als die Hälfte der Neufahrzeuge in Europa damit ausgerüstet. Und genau bei diesen Fahrzeugen steht der Handel in der Verantwortung. Hier gilt es, dem Verbraucher die Notwendigkeit von ESP deutlich zu machen und ihm den Kauf nahezulegen - so lange, bis ESP zur Standardausrüstung aller Fahrzeuge gehört. An die Hersteller geht der dringende Appell, alle ihre Modelle möglichst bald standardmäßig mit ESP auszustatten.
(Originaltext der ADAC e.V. Projektleitung
Vertrieb Verbraucherschutz / Interessensvertretung (VVI))
